155 Jahre Freiwillige Feuerwehr Stadtbergen

1871 – Die Gründung

Nach mehreren schweren Bränden in der Gemeinde, darunter ein Großbrand im Jahr 1871, entstand unter den Bürgern der Wunsch, den Brandschutz künftig organisiert und gemeinschaftlich sicherzustellen. In einer Bürgerversammlung wurde deshalb die Gründung einer „freiwilligen Feuerwehr“ beschlossen. Damit legten engagierte Bürger den Grundstein für eine Einrichtung, die bis heute einen wichtigen Bestandteil des öffentlichen Lebens in Stadtbergen bildet.

In der Niederschrift dieser Bürgerversammlung heißt es:

„Veranlaßt durch den jüngsten hierorts stattgehabten Brand gab die hiesige Bürgerschaft den speziellen Wunsch zu erkennen, die Errichtung einer „freiwilligen Feuerwehr“ anzubahnen. In Erwägung dessen, daß letzteres Institut wohl eines der zeitgemäßesten, zweckmäßigsten und gemeinnützlichsten der Gegenwart ist, ließ der Bürgermeister sämtliche Bürger und Bürgerssöhne hiesiger Gemeinde zu einer Versammlung durch den Gemeindediener vorladen, und wurde als Versammlungsort das Maischbergerische Gasthaus bestimmt. Es erschienen demnach die Geladenen und traten sofort in Beratung über den rubro bezeichneten Betreff.“

Die folgenden Versammlungen befassten sich mit der Beschaffung von Geräten und Ausrüstungsgegenständen. Eine Spende von 125 Gulden durch den damaligen Schlossherren aus dem Hause von Schnurrbein half bei der Finanzierung. So konnte als erstes Gerät eine vermutlich gebrauchte Handdruckspritze der Freiwilligen Feuerwehr Augsburg beschafft werden. Diese Spritze und ein vom ortsansässigen Schmiedemeister gefertigter Requisitenwagen für Schläuche, Handleitern und Feuerhaken bildeten über Jahre hinweg die Ausrüstung der Wehr.

Ihr erstes Feuerwehrhaus bezog die junge Feuerwehr gegenüber dem alten Schulhaus. Ab 1875 übernahm die Gemeinde die Kosten für die Ausrüstung.

Die ersten Jahrzehnte – Aufbau und Entwicklung

Mit einfachen Mitteln und großem Zusammenhalt wächst die junge Wehr.

In den ersten Jahrzehnten bestand die Hauptaufgabe der Feuerwehr darin, Brände zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Die technische Ausstattung war mit den heutigen Möglichkeiten kaum vergleichbar. Muskelkraft, Handdruckspritzen, Schläuche, Leitern und Feuerhaken bildeten die Grundlage der Brandbekämpfung.

Zum 25-jährigen Gründungsfest wurde die ursprüngliche Handdruckspritze durch eine größere ersetzt. Zusätzlich verfügte die Wehr inzwischen über zwei Schlauchwagen und eine Steigleiter. Damit begann eine Entwicklung, die sich durch die gesamte Geschichte der Feuerwehr ziehen sollte: Neue Gefahren erfordern neue Technik, bessere Ausbildung und eine stetige Weiterentwicklung der Einsatzmöglichkeiten.

Während der beiden Weltkriege musste der Brandschutz in der Gemeinde aufrechterhalten werden. Die personell stark geschwächte Wehr hatte zahlreiche Einsätze zu bewältigen. Dies war nicht zuletzt durch die tatkräftige Unterstützung der Jugendfeuerwehr möglich. So konnte trotz der Fliegerangriffe gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ein größerer Schaden von der Gemeinde Stadtbergen abgewendet werden.

Die Geschichte der Stadtberger Wehr zeigt damit bereits früh, wie wichtig Zusammenhalt und die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Dienst für die Einsatzfähigkeit einer Feuerwehr sind.

Neubeginn, Wiederaufbau und neue Herausforderungen

Neue Technik und schwere Hochwasser erweitern das Einsatzspektrum.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann auch für die Feuerwehr eine neue Zeit. Die gesellschaftlichen und technischen Veränderungen der Nachkriegsjahre wirkten sich zunehmend auf den Feuerwehrdienst aus. Die Aufgaben gingen langsam über die reine Brandbekämpfung hinaus. Gleichzeitig wurden Fahrzeuge, Funktechnik, Schutzkleidung und Einsatzgeräte immer wichtiger.

Im Juni 1959 führte eine Kombination aus alpiner Schneeschmelze und extremen Regenfällen zu einer der schwersten Hochwasserkatastrophen der Nachkriegszeit im Raum Augsburg. Auch die Kameraden der Stadtberger Wehr waren gefordert. Zum Einsatz kam dabei die neu angeschaffte Tragkraftspritze, die heute noch im Gerätehaus Stadtbergen zu sehen ist.

1960 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus an der Leitershofer Straße bezogen. Am 9. Mai 1963 fand dort auch das neue Löschfahrzeug LF 8 sein „Zuhause“.

Eine besondere Bewährungsprobe stellte die Hochwasserkatastrophe im Mai 1964 dar. Nach starken Regenfällen wurde Stadtbergen großflächig überflutet. Das Ausmaß der Schäden war erheblich. Zur Unterstützung der Stadtberger Feuerwehr wurden mehr als 15 Feuerwehren aus dem Landkreis Augsburg hinzugezogen.

Das Ereignis zeigte eindrucksvoll, dass die Feuerwehr nicht ausschließlich bei Bränden benötigt wird. Naturkatastrophen und technische Hilfeleistungen sollten in den folgenden Jahrzehnten immer stärker zum Aufgabenfeld der Feuerwehr gehören.

Auf dem Weg zur modernen Feuerwehr

Technischer Fortschritt und neue Freundschaften prägen die Entwicklung.

In den 1970er-Jahren veränderte sich das Aufgabenspektrum der Feuerwehr zunehmend. Neben Bränden wurden technische Hilfeleistungen immer wichtiger. Verkehrsunfälle, Wasserschäden, Ölspuren und andere Notlagen verlangten neue Geräte und eine entsprechend vielseitige Ausbildung. Die Entwicklung spiegelte damit auch die Veränderung der Gemeinde wider: Aus dem früher überwiegend landwirtschaftlich geprägten Ort wurde zunehmend eine moderne Gemeinde im direkten Umfeld der Stadt Augsburg.

Im Jahr 1971 konnte die Freiwillige Feuerwehr Stadtbergen auf 100 Jahre Feuerwehrgeschichte zurückblicken. Dieses Jubiläum wurde am 7. und 8. August gebührend gefeiert. Ein Jahrhundert nach ihrer Gründung war aus der Feuerwehr mit Handdruckspritze eine moderne Einsatzorganisation geworden. Gleichzeitig war das Fundament dasselbe geblieben: Bürgerinnen und Bürger, die bereit waren, sich für die Sicherheit ihrer Mitmenschen einzusetzen.

Eine besondere Verbindung entstand eher zufällig im Jahr 1972. Die Feuerwehr Eltville am Rhein feierte ihr 100-jähriges Bestehen und lud per Zufallsprinzip Feuerwehren aus ganz Deutschland zur Mitfeier ein. Die Stadtberger Wehr nahm diese Einladung nach anfänglicher Verwunderung an und machte sich auf den Weg nach Hessen. Auf dem Fest wurde nicht nur die Freundschaft zu den Gastgebern geschlossen. Auch mit den Kameraden aus Eutin verstand man sich auf Anhieb besonders gut.

Im Folgejahr stand das 100-jährige Bestehen der Feuerwehr Eutin an. Die Freude über die Einladung war groß. Als der Zug mit den Stadtberger Feuerwehrleuten im Eutiner Bahnhof ankam, klang aus sämtlichen Lautsprechern der Bayerische Defiliermarsch.

Aus Zufallsbekanntschaften wurden Freundschaften, die im Jahr 1982 mit einem gemeinsamen Abzeichen besiegelt wurden.

Bis heute besteht diese Verbundenheit. Sie wird durch gegenseitige offizielle und private Besuche gefestigt. Die Jugendfeuerwehren treffen sich zu Zeltlagern, und selbst in Jahren ohne „runde Geburtstage“ finden Kameradschaftstreffen zur Pflege der Freundschaft statt.

Neue Einsatztechnik – weitere Herausforderungen

Die Aufgaben werden vielfältiger und die Anforderungen steigen.

Seit 1982 steht der Freiwilligen Feuerwehr Stadtbergen ein größeres Gerätehaus an der Ochsengasse zur Verfügung. Auf knapp 600 Quadratmetern Nutzfläche sind Einsatzfahrzeuge, die Atemschutzwerkstatt und Schlauchwaschanlage mit Trockenturm sowie Schulungs-, Jugend- und Wachräume mit Einsatzzentrale untergebracht. Damit wurden wichtige Voraussetzungen für eine moderne und leistungsfähige Feuerwehr geschaffen.

Der erste Kommandowagen, ein Munga mit dem Funkrufnamen Florian Stadtbergen 10/1, wurde 1983 in Dienst gestellt. Die erste Drehleiter folgte im Jahr 1987 und erweiterte die Möglichkeiten der Feuerwehr insbesondere bei Bränden und Menschenrettungen.

Am 24. Dezember 1988 konnten die Einsatzkräfte aller drei Ortsteilwehren bei einem Großbrand am Herrgottsberg trotz starken Windes ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Häuser verhindern.

Gerade bei solchen Einsätzen zeigte sich der Wert der Zusammenarbeit der Feuerwehren innerhalb der Gemeinde.

In den 1990er-Jahren setzte sich der Wandel des Einsatzspektrums fort. Während Brände weiterhin einen wichtigen Teil der Arbeit ausmachten, wurden technische Hilfeleistungen immer häufiger. Dazu gehörten beispielsweise Einsätze nach Unwettern, Wasserschäden, Ölspuren, Türöffnungen und unterschiedliche Hilfeleistungen im Stadtgebiet.

Neue Technik und große Bewährungsproben

Zwischen Jubiläumsfreude und Hochwassereinsatz

Parallel dazu stiegen die Anforderungen an Ausbildung und Technik. Feuerwehrdienst wurde zunehmend zu einer anspruchsvollen Kombination aus Brandschutz, Menschenrettung, technischer Hilfeleistung und Spezialaufgaben.

1996 wurde das 125-jährige Jubiläum mit Fahnenweihe und der Segnung der neuen Drehleiter groß gefeiert. Das Jubiläum bot Gelegenheit, auf die lange Geschichte der Wehr zurückzublicken und gleichzeitig den Blick nach vorne zu richten.

Das Pfingsthochwasser 1999 stellte die Stadtberger Wehr vor eine logistische und körperliche Mammutaufgabe. Die Einsatzkräfte pumpten tagelang ununterbrochen Wasser aus Kellern und Erdgeschossen, bauten mit Sandsäcken in kürzester Zeit Barrieren auf, um Infrastruktur und Wohngebiete vor den nachströmenden Fluten zu schützen, und unterstützten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Pfersee sowie die Berufsfeuerwehr Augsburg. Der Einsatz zeigte einmal mehr, dass die Feuerwehr auch bei großflächigen Naturereignissen eine unverzichtbare Rolle spielt.

Technik und Einsätze im neuen Jahrtausend

Zwischen technischem Fortschritt und gelebter Tradition

Im Jahr 2000 wurde das Feuerwehrgerätehaus um eine zusätzliche Garage erweitert. Damit konnte auf die gestiegenen Anforderungen und den wachsenden Fahrzeug- und Gerätebedarf reagiert werden.

Ein Einsatz, der bis heute im Gedächtnis geblieben ist, ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 2. März 2005. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Deuringen, Leitershofen, Steppach und Stadtbergen wurden zu einem in Vollbrand stehenden Stadel gerufen. Trotz der schwierigen Bedingungen konnten sie ein Übergreifen des Feuers auf eine direkt benachbarte Scheune verhindern. Der Stadel, in dem sich elf Tiere befanden, brannte vollständig nieder. Drei Tiere konnten gerettet werden. Durch die eisigen Temperaturen und spiegelglatten Flächen gestalteten sich die Löscharbeiten besonders schwierig. Fahrzeuge, Schläuche und Armaturen drohten einzufrieren und brachten Mensch und Material an die Belastungsgrenze.

Nach 33 Dienstjahren wurde 2006 das Tanklöschfahrzeug TLF 16 ersetzt. An seine Stelle trat ein modernes Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF). Das Fahrzeug vereinte umfangreiche Ausrüstung für die Brandbekämpfung mit spezieller Ausstattung für die technische Hilfeleistung. Damit wurde der zunehmenden Bedeutung technischer Hilfeleistungen auch in der Fahrzeugausstattung Rechnung getragen.

Moderne Einsatztechnik und bewahrte Tradition

Moderne Fahrzeuge stärken Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung.

Als Ersatz für den seit 1983 eingesetzten Gerätewagen erhielt die Feuerwehr im Jahr 2008 ein Kleinalarmfahrzeug. Es war unter anderem mit Ausrüstung für Insekteneinsätze und Türöffnungen ausgestattet.

Ebenfalls 2008 wurde der am Feuerwehrhaus befindliche Heilige Florian restauriert und überarbeitet. Die Figur war 1982 vom damaligen Kaminkehrermeister Wilhelm Wieser gestaltet worden.

2009 trat der neue Einsatzleitwagen, ein hochtechnologisch ausgestatteter Ford Transit als Führungsfahrzeug, mobile Einsatzzentrale und für First Responder Einsätze, seinen Dienst an.

Feuerwehr im Wandel

Aus der klassischen Brandbekämpfung wird eine vielseitige Hilfeleistungsorganisation.

Wie stark sich die Aufgaben der Feuerwehr innerhalb ihrer Geschichte verändert hatten, zeigte die Einsatzstatistik des Jahres 2010 besonders deutlich.

Die Feuerwehr Stadtbergen rückte in diesem Jahr zu 104 Einsätzen aus. Nur rund 13 Prozent davon waren Brandeinsätze. Den größten Anteil bildeten mit 71 Prozent die technischen Hilfeleistungen.

Damit war endgültig sichtbar geworden, was sich bereits über Jahrzehnte abgezeichnet hatte: Feuerwehr bedeutet längst nicht mehr nur Brandbekämpfung. Technische Hilfe, Menschenrettung und Unterstützung in unterschiedlichsten Notlagen gehören inzwischen selbstverständlich zum Einsatzalltag.

Am 20. Juni 2013 traf ein schweres Unwetter, ein sogenannter „Downburst“, den Landkreis Augsburg. Heftige Sturmböen entwurzelten zahlreiche Bäume, die teilweise in Stromleitungen stürzten. Starkregen überflutete Straßen und Keller, Deuringen war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Über 150 Einsätze forderten Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus sowie das THW. Der enorme Einsatz der Hilfskräfte verhinderte Schlimmeres. Trotz der massiven Sachschäden gab es im Raum Stadtbergen glücklicherweise keine Schwerverletzten.

Im Jahr 2016 konnte die Feuerwehr auf 145 Jahre Geschichte zurückblicken. Bei den Feierlichkeiten wurde die Bedeutung der Feuerwehr als älteste Hilfseinrichtung der Stadt hervorgehoben. 145 Jahre Feuerwehrgeschichte bedeuteten zugleich 145 Jahre Wandel: von der Brandbekämpfung mit einfachen Geräten bis zur modernen Hilfeleistungsorganisation, die bei Bränden, technischen Notlagen, Unwettern und vielen anderen Einsatzsituationen Hilfe leistet.

Ein weiterer Meilenstein folgte im Jahr 2019. Die Feuerwehr Stadtbergen konnte ihre neue Drehleiter DLK 23/12 entgegennehmen. Damit stand den Einsatzkräften erneut modernste Technik für Menschenrettung und Brandbekämpfung zur Verfügung.

Einsatzbereit in Pandemie und Hochwasser

Auch in außergewöhnlichen Zeiten bleibt die Feuerwehr verlässlich im Einsatz.

Im Jahr 2021 hätte die Freiwillige Feuerwehr Stadtbergen ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum feiern wollen. Die Corona-Pandemie verhinderte jedoch die geplanten Feierlichkeiten.

Die Feuerwehr blieb einsatzbereit. Auch während der Pandemie mussten Einsätze bewältigt werden. Unter anderem beseitigten die Einsatzkräfte mehrere hundert Liter Farbe, die (nicht nur) die B300 verunreinigt hatten.

Gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit zeigte sich erneut die Bedeutung einer funktionierenden ehrenamtlichen Einsatzorganisation.

Nach den Einschränkungen durch die Pandemie durfte wieder gefeiert werden. 2022 stand das 150-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Eltville am Rhein auf dem Programm. Gleichzeitig konnte das 50-jährige Bestehen der Feuerwehrfreundschaft gefeiert werden. 2023 folgte das 150-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Eutin. Die Begegnungen zeigten, dass aus einer zufälligen Begegnung im Jahr 1972 eine über Jahrzehnte gewachsene Freundschaft entstanden ist.

Hochwasser fordert Stadt und Einsatzkräfte

Eine Menschenrettung unter gefährlichen Bedingungen

Anfang Juni 2024 sorgte das Tief „Radha“ für tagelangen Dauerregen in Süddeutschland. Im Landkreis Augsburg und den umliegenden Regionen kam es zu schweren Überschwemmungen. Auch Stadtbergen war betroffen. Zwei der drei Stadtberger Rückhaltebecken liefen über und der Hochwasserschutz stieß an seine Grenzen.

Die Einsatzkräfte mussten diesmal jedoch nicht nur gegen die Naturgewalt ankämpfen.

Trotz deutlicher Hinweise auf eine mögliche Lebensgefahr ließen es sich zahlreiche Mitbürger nicht nehmen, Absperrungen der Einsatzkräfte zu durchbrechen oder abzubauen. Bei einer der zahlreichen Pegelstandskontrollen waren schließlich Hilferufe einer Person wahrzunehmen, die im Wasser zu ertrinken drohte. Eine Einsatzkraft sprang ins Wasser, schwamm zu der Person, konnte sie sichern und anschließend ans Ufer bringen.

Dieser Einsatz machte auf eindringliche Weise deutlich, welchen Gefahren Feuerwehrleute bei der Hilfe für andere Menschen selbst ausgesetzt sind.

2026 – 155 Jahre Freiwillige Feuerwehr Stadtbergen

Ein Jubiläumsjahr im Zeichen von Geschichte, Gemeinschaft und Freundschaft.

Das Jahr 2026 steht ganz im Zeichen des 155-jährigen Bestehens.

Gleichzeitig holt die Feuerwehr Stadtbergen die ursprünglich ausgefallenen Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum nach. Das Jubiläumsjahr umfasst mehrere Veranstaltungen.

Am 16. Mai 2026 wurde unter anderem der neue Gerätewagen Logistik 2 (GW-L2) im Rahmen des Stadtfestes gesegnet.

Am 11. Juli 2026 fand ein Tag der offenen Tür im Feuerwehrgerätehaus statt. Dabei konnten sich die Bürgerinnen und Bürger über die Arbeit der Feuerwehr informieren und die Einsatztechnik aus nächster Nähe erleben.

Vom 25. bis 27. September 2026 folgt schließlich das große Jubiläumsfest mit den Kameradinnen und Kameraden aus Eltville am Rhein, Eutin, Deuringen und Leitershofen.

Damit schließt sich ein Kreis. 155 Jahre nach der Gründung steht wieder die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Nicht nur die eigene Wehr, sondern auch die Freundschaften zu anderen Feuerwehren, die über Jahrzehnte gewachsen sind.

Was bleibt

155 Jahre.

Seit 1871 übernehmen Menschen Verantwortung für ihre Mitmenschen.

Eine Handdruckspritze. Ein Requisitenwagen. Ein Feuerwehrhaus gegenüber dem alten Schulhaus. Die ersten Bürger, die sich 1871 zusammenschlossen.

Und heute:

Moderne Fahrzeuge, digitale Kommunikation, Spezialgeräte und bestens ausgebildete Einsatzkräfte.

Dazwischen liegen 155 Jahre Geschichte.

Doch wenn man genauer hinsieht, ist der Abstand zwischen damals und heute kleiner, als es zunächst scheint.

Damals wie heute gibt es Menschen, die nicht fragen „Warum sollte ich helfen?“

Sondern „Wo werde ich gebraucht?“

Das ist der Kern der Freiwilligen Feuerwehr Stadtbergen.

Nicht die Technik. Nicht die Fahrzeuge. Nicht die Gebäude.

Sondern die Menschen, die dahinterstehen.

Menschen, die ihre Freizeit geben.

Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Menschen, die kommen, wenn andere gehen.

Seit dem 24. September 1871.

Und hoffentlich noch viele Generationen darüber hinaus.

1871–2026

Eine Geschichte des Wandels.

Eine Geschichte der Kameradschaft.

Eine Geschichte der Verantwortung.

Eine Geschichte von Menschen für Menschen.

„Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit.“