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Besichtigungsübung

In regelmäßigen Abständen bittet die Kreisbrandinspektion des Landkreises Augsburg zu einer sogenannten Besichtigungsübung. Im Übungsplan war dieser Termin am 29. Juni zu finden. Es geht darum, den Beobachtern einen Einblick in den Wissensstand, die Abläufe und Taktiken einer Feuerwehr zu geben. Vor Beginn der praktischen Einsatzübung, die inhaltlich vorher grob vorgegeben wird, steht die Prüfung und Durchsicht diverser Unterlagen, wie z.B. Dokumente zur Fahrzeug- und Gerätewartung auf dem Plan. Nachdem hier alle Formalitäten problemlos abgearbeitet werden konnten, meldete Kommandant Martin Rusch seine zahlreich erschienenen Floriansjünger zur Besichtigungsübung angetreten und übergab das Wort an den Kreisbrandinspektor. Dieser begrüßte die Kameradinnen und Kameraden ebenfalls und bat zur Einsatzübung. In einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Nähe des Stadtberger Rathauses durften wir unsere Besichtiungsübung abhalten. Angenommen wurde ein Verkehrsunfall mit weitreichenden Folgen. Ein PKW kam von der Kreisstraße A11 ab und prallte gegen die Mauer der Gerätehalle. Diese wiederum geriet in Brand. Der gesamte Fuhrpark der FF Stadtbergen rückte an. Zu Beginn machten sich die Führungskräfte ein Bild der Einsatzlage und teilten rasch ihre Einheiten ein. Zum Einen musste der Verkehr auf der viel befahrenen und im Kurvenbereich unübersichtlichen Straße einseitig im Pendel an der Einsatzstelle vorbei geleitet werden – im Ernstfall wäre diese Straße komplett gesperrt worden. Direkt am Objekt übernahm das HLF 20/16 den verunfallten PKW. Der Brand im Motorraum musste abgelöscht werden. Parallel wurden die Vorbereitungen für die technische Rettung mittels schweren hydraulischen Geräten durchgeführt. Eine eingeklemmte Person konnte befreit und am Verletztensammelplatz versorgt werden. Zeitgleich war das zweite Löschgruppenfahrzeug und die Drehleiter mit dem Gebäudebrand beschäftigt. Im Innenangriff wurden die Menschenrettung und Löscharbeiten durchgeführt. Mittels DL wurde das Gebäude von oben mit einer Wärmebildkamera kontrolliert. Im Einsatzverlauf verunglückte einer der eingesetzten Trupps im Innenangriff fiktiv, sodass die Meldung über den Einsatzstellenfunk “Mayday, Mayday, Mayday” erfolgen musste. Der neue Digitalfunk, der mittlerweile bei BOS zum Einsatz kommt, bietet einen sog. Notfallknopf. Wird dieser gedrückt, kann die Einheit die Hilfe benötigt sofort alle auf dem Kanal befindlichen Teilnehmer unterdrücken. Die Führungskräfte wurden somit umgehend auf den Notfall aufmerksam und schickten direkt den bereit stehenden Sicherungs- bzw. Rettungstrupp zu dem verunfallten Trupp in das Objekt. Nachdem auch dieser Teil des gesamten, sehr anspruchsvollen Szenarios abgearbeitet werden konnte, wurde die Durchsage “Übungsende” gegeben. Anschließend gab es von den Führungskräften und natürlich von den Beobachtern der Kreisbrandinspektion Manöverkritik. Nach der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft gab es im Gerätehaus zum Ausklang noch ein gemeinsames Abendessen.

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